individualisiertes Arbeiten

Fördern und Fordern von Klasse 1 bis 4

Jedes Kind muss erfolgreich lernen dürfen. Es hat ein Recht auf individuelle Förderung. Schon ab der Grundschulzeit bereitet die schulische Bildung auf lebenslanges Lernen vor. Wir begleiten und fördern jedes Kind in seinen individuellen Lernfortschritten. Immer wieder geben wir dem Kind individuelle Leistungsrückmeldungen und fördern es in seiner Reflexionskompetenz. So lernt es früh Verantwortung für sein Tun zu übernehmen und seine Selbstständigkeit im Lernen wird gestärkt.

Offene Unterrichtsformen, wie sie für die Anforderung an Differenzierung notwendig sind, sind grundlegendes Prinzip des Unterrichtes an der Hüllbergschule. Nicht der Ausgleich der Unterschiede, sondern das Ausschöpfen der Lernmöglichkeiten eines jeden Kindes sollte das Ziel unseres Unterrichtes sein. Für uns misst sich Unterrichtserfolg nicht allein an dem bewältigten Stoffpensum, sondern vor allen Dingen auch daran, ob die Kinder den Sinn des Gelernten erfasst, ob sie mit Freude gelernt und tatsächlich Hilfestellung zur Bewältigung ihrer individuellen Lebenswirklichkeit erhalten haben. Es muss nicht immer von allen Kindern zur selben Zeit dasselbe gefordert und gelernt werden!

Auf der Basis von Diagnose und Lernbegleitung setzen wir konsequent eine die Individualisierung betonende Didaktik um, die eine Kultur stetiger individueller Leistungsrückmeldung und Entwicklung einer Reflexionskompetenz erfordert.Die Umsetzung der Ziele erfolgt durch:

  • den Lernprozess begleitende individuelle Rückmeldungen zwischen dem Kind und der Lehrkraft.
  • Reflexionsgespäche: Kinder und Erwachsene beraten Kinder und spiegeln (Lern-) Verhalten, bieten Anregungen zur Veränderung und vermitteln Handlungsmuster.
  • regelmäßige Präsentationszeiten
  • Beobachtung
  • Partizipation
  • Am 23. Januar 2016 haben wir den ersten Kindersprechtag an der Hüllbergschule durchgeführt und beabsichtigen eine derartige Teilhabe der Kinder jährlich anzubieten.

    In einem individualisierten Unterricht wird die Lehrkraft zum Begleiter des Lernprozesses eines jeden Kindes.
    Im Fokus steht, wie sich die Kinder Lerninhalte erschließen. Durch eigenständiges Erarbeiten von Lernstoffen und durch vielfältige Kommunikation über Lerninhalte mit Kindern untereinander und mit Erwachsenen sollen Eigenverantwortung, Kommunikationsfähigkeit, Teamgeist und die Fähigkeit, Probleme zu lösen trainiert werden.
    Jedes Kind muss erfolgreich lernen dürfen. Es hat ein Recht auf individuelle Förderung. Unser pädagogisches Leistungsverständnis orientiert sich daher:

  • an dem individuellen Lern- uns Entwicklungsprozess des Kindes
  • an den unterschiedlichen Lernwegen, die das gemeinschaftliche Handeln im Unterricht befruchten und daher immer wieder als Anregung in den unterrichtlichen Fokus gestellt wird (Wie lerne ich!)
  • an den sozialen Dimensionen des kooperierenden Lernen
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  • an dem Grundsatz des individuellen Förderns: „Die Stärken stärken und damit die Schwächen schwächen.“ Wir wollen Kinder nicht beschämen, sondern ermutigen
  • an einem kompetenzorientierten qualitativen „Fehler“-Verständnis. Lehrende sind wohlmeinende Begleiter des Lernprozesses und lassen sich auf das individuelle Verstehen der Kinder ein und haben den Anspruch, sie verstehen zu lernen
  • Lernstandsdiagnostik und Förderplanung

    Zu Beginn eines Schuljahres steht die Diagnostik der individuellen Lernausgangslage und des individuellen Lernstands jedes Kindes im Vordergrund.
    Lernanfänger, denen in Teilbereichen tragfähige Grundlagen fehlen, um mit der Arbeit an Inhalten zu beginnen, erhalten ihrem Lernstand entsprechend individuell zusammengestellte „Vorkurse“.
    Kinder der weiteren Schuljahre, die noch Inhalte der vorherigen Schuljahre erarbeiten, üben und / oder vertiefen müssen, erhalten ebenfalls ihrem Lernvermögen entsprechende Materialien, um die tragfähigen Grundlagen für die Weiterarbeit zu erwerben.

    Anforderungen an die Unterrichtsorganisation

    Bei einer derartigen Öffnung der Lernprozesse zur Förderung individueller Lernwege muss die Lehrkraft den Unterrichtsstoff bzw. die Kompetenzerwartungen zum Ende der Schuleingangsphase und der vierten Klasse schuljahresübergreifend im Blick haben. Der Unterricht muss generell für die Kinder von klaren Absprachen und Zielvorgaben geprägt sein, die ihnen verdeutlichen, was und warum sie bestimmte Inhalte lernen. Die Möglichkeit hierbei, mit anderen Kindern in Kontakt zu treten, ist dabei sehr erwünscht. Die Kinder sollen Raum erhalten, um mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern über Lösungswege zu sprechen und über Inhalte kommunizieren zu lernen – d.h., dass sie Kommunikation und Argumentation im Unterricht als wichtige Bausteine eines kompetenzorientierten Unterrichtes kennen lernen.
    Zu Beginn der täglichen Arbeitszeit haben die Kinder die Möglichkeit Fragen zu stellen, falls bei der Erledigung der Hausaufgaben Schwierigkeiten aufgetreten sind. Die Lehrkraft entscheidet im Einzelfall, ob die Frage im Klassenverband, in der Kleingruppe oder im Einzelgespräch geklärt wird. Kinder, die Inhalte bereits bearbeitet haben, können so ihr Wissen auf einer erweiterten Ebene erneut anbringen und dieses somit vertiefen. Kinder, denen Inhalte noch unbekannt sind, erhalten durch die gemeinsame Klärung einen Ausblick auf die noch vor ihnen liegende Arbeit und sind ggf. bereits in der Lage, Transferleistungen zu vollbringen, indem sie bereits Gelerntes auf die für sie neue Problematik übertragen.
    Ab dem dritten Schuljahr formulieren die Schülerinnen und Schüler ihre angestrebten Ziele genau und verschriftlichen sie. Am Ende der Woche schreibt jedes Kind konkret auf, welche Ziele erreicht wurden, bzw. mögliche Gründe dafür, warum einzelne Ziele ggf. nicht erreicht wurden. Die Rückmeldebögen werden von den Kindern gesammelt, so dass somit für jedes Kind, im Sinne einer Sammlung bereits bearbeiteter Lerninhalte, eine Art „Lerntagebuch“ entsteht. Die Lehrkraft kommentiert sowohl genannte Ziele als auch die Rückmeldung zu (nicht) erreichten Zielen jedes einzelnen Kindes. Kinder, die ihre zu erreichenden Ziele nicht selbstständig formulieren können, besprechen sich mit der Lehrkraft und bekommen gegebenenfalls Ziele vorgegeben.
    Die Hausaufgabenzeit sollte von allen Kindern grundsätzlich als Lernzeit für die einzelnen Lernbereiche genutzt werden. In der Schuleingangsphase beträgt die Hausaufgabenzeit laut Runderlass des Ministeriums (BASS 12 – 31 Nr.1 Stand 15.06.2014) eine halbe Stunde, in der dritten und vierten Klasse 45 Minuten. Kann ein Kind eine Aufgabe nicht selbstständig erarbeiten, überspringt es diese und arbeitet an weiteren Aufgaben. In der o.a. „Fragezeit“ zu Beginn der Arbeitszeit, kann das Kind gezielt für die Bewältigung der Aufgabe Fragen stellen bzw. Hilfen einfordern.
    Die wichtigsten Regeln für die Arbeit an den Inhalten sind für jedes Kind folgende:

  • Versuche die Aufgabe erst alleine zu lösen!
     Lies die Aufgabenstellung langsam durch!
     Lies sie noch einmal!
     Versuche die Aufgabe mit deinen eigenen Worten zu erzählen!
  • Frage deinen Nachbarn, ob er dir helfen kann!
  • Frage jemanden, der die Aufgabe oder den Arbeitsplan bereits bearbeitet hat!
  • Frage deine(n) Lehrer(in)!